| 11.08.2005
Der in Wiesbaden ansässige Healthcare-Konzern Abbott hat kürzlich sein Zollabfertigungs- und Touren-Management-System aus dem Hause ZNET zu einem logistischen Komplettpaket ausgebaut. Es wurde sowohl das "Booking"-Modul integriert, das die Kommunikation zwischen dem Abbott-Distributionszentrum und den Spediteuren via EDIFACT-Schnittstelle voll automatisiert als auch das "Credit"-Modul eingeführt. Dieses beinhaltet die komplette Frachtkostenabrechnung, das Gutschriftenverfahren und eine aktive Schnittstelle zur Buchhaltung. Durch die umfangreichen Funktionen der Software und deren kontinuierliche Weiterentwicklung spart Abbott jährlich 30 bis 40 Prozent der Kosten im Vergleich zu einer eigenentwickelten Lösung. Ein weiterer wichtiger Vorteil: Abbott hat seit der Einführung des Systems bei allen Formalien im Hinblick auf Zoll, Gefahrgut etc. absolute Rechtssicherheit.
"Jedes zweite Softwareprojekt scheitert heute, weil die Verantwortlichen in den Firmen nur sehen, was die Software zum Zeitpunkt der Präsentation kann. Dem Potenzial für die Weiterentwicklung wird im Moment der Entscheidung meist viel zu wenig Bedeutung beigemessen", stellt Heico Modenbach, Manager Traffic/Export von Abbott Diagnostics, fest. Seine Entscheidung für zaraTMS hingegen hat sich für das Unternehmen bezahlt gemacht: Der Return on Investment lag bei lediglich 13 Monaten. Bei der Einführung der Software vor wenigen Jahren war zara schwerpunktmäßig ein elektronisches Zollabfertigungssystem. Heute werden bei Abbott Diagnostics in Wiesbaden alle Transporte komplett über dieses Softwaresystem verwaltet, abgewickelt und optimiert. Das Transport-Management-System zaraTMS fasst die Auftragsdaten aus den verschiedenen Warenwirtschaftssystemen der Kunden automatisch zu Touren zusammen, disponiert die Touren und meldet diese dann nach bestimmten Kriterien an ausgewählte Spediteure weiter. Über das neuintegrierte "Booking"-Modul findet zusätzlich eine Avisierung der Sendungen bei der Bereitstellung der fertig kommissionierten Paletten an die Spediteure statt. Alle notwendigen Dokumente für die jeweilige Tour werden außerdem automatisch erstellt und entsprechend archiviert. Eine so genannte Mirror-Site (gespiegelte Anwendung) im ZNET-Rechenzentrum sorgt dafür, dass diese Daten mit Sicherheit nicht verloren gehen. So kann sich das amerikanische Unternehmen Abbott jederzeit – selbst bei terroristischen Anschlägen – darauf verlassen, dass alle wichtigen Daten des Distributionszentrums erhalten bleiben. Während zara bei Abbott auf einer IBM iSeries (AS/400) läuft, werden die Daten im ZNET-Rechenzentrum sowohl auf der iSeries als auch auf Windows-basierten Servern gesichert.
Anbieterauswahl
Als sich bei Abbott abzeichnete, dass das hauseigene Zollabfertigungssystem auf lange Sicht nicht leistungsfähig genug sein würde, zogen die Verantwortlichen nach intensiver Recherche mehrere Anbieter von Zollabfertigungssystemen in die engere Auswahl. Letztendlich blieben neben zaraTMS lediglich die Software eines amerikanischen und die eines süddeutschen Anbieters im Rennen. Nach einigen Überlegungen entschied sich Abbott gegen das amerikanische System, da amerikanische Systeme nie 1:1 auf europäische Verhältnisse übertragbar sind. "Heute müssen wir in der Lage sein, jeden nur erdenklichen Ort als Zielort einer Tour anzulegen. Wenn wir zum Beispiel eine Klinik in Grönland beliefern sollen, die nur per Helikopter erreichbar ist, dann muss das mit dem Transport-Management-System möglich sein. zaraTMS bietet diese Flexibilität", berichtet Modenbach.
Ausschlaggebend für die Entscheidung, das System des Anbieters ZNET einzusetzen, waren unter anderem die einfache Bedienbarkeit, die Windows-Oberfläche der Anwendung, die integrierte Einsatzmöglichkeit und die Flexibilität. Außerdem spielten die ständige Weiterentwicklung der Software durch das Systemhaus und die Verknüpfung mit dem Inbound (Import) eine Rolle. Letzteres bedeutet, dass die Lösung bereits in der Standardausführung über eine Funktion verfügt, die bei Zolllagern für jeden Importvorgang automatisch einen Exportvorgang anlegen kann. Abgesehen davon legten die Verantwortlichen bei Abbott seinerzeit großen Wert darauf, mit einem Anbieter zusammenzuarbeiten, dessen Kernkompetenz Zoll- und Transportsysteme sind. "Mit einem Anbieter, der sich mit Zoll- und Transportsoftware lediglich ein Zubrot verdient, hätten wir in den vergangenen Jahren nie eine derartige Weiterentwicklung durchlaufen können", erläutert Modenbach. Für ihn ist die ständige Entwicklung der Software aber auch aus rechtlichen Gründen ein Thema mit höchster Priorität. "Das Wichtigste an dem System ist, dass es uns absolute Rechtssicherheit gewährleistet. Denn für Versäumnisse im Bereich Gefahrgut haften ich als beauftragte Person und der LKW-Fahrer persönlich", betont Modenbach.
Rechtssicherheit gewährleistet
zaraTMS ist so angelegt, dass der Sachbearbeiter alle notwendigen Informationen für einen Transport eingeben muss, bevor dieser vom System überhaupt freigegeben wird. Die Sachbearbeiter haben also keinerlei "kreativen Spielraum", um die erforderlichen Papiere an den rechtlichen Vorgaben vorbei auszustellen. Die zuständigen Stellen, mit denen zaraTMS automatisch über eine Standardschnittstelle kommuniziert, sind je nach Ladung das Transportministerium, die Atombehörde bzw. das Bundesausfuhramt oder die Gesundheitsbehörde. Kann der Verbleib nicht für jede einzelne Sendung genau nachgewiesen werden, drohen massive Restriktionen durch diese Behörden. So kann eine Fehlbuchung für ein Distributionszentrum unter Umständen zu einem Lizenzentzug für mehrere Jahre führen. Mit Hilfe von zaraTMS hat Abbott seine rund 3.500 Sendungen pro Tag – das entspricht einem Volumen von 80.000 bis 100.000 Artikeln – jedoch gut unter Kontrolle. "Die Funktionen von zaraTMS decken 100 Prozent der Gefahrgutbestimmungen ab – und das für jeden Verkehrsträger", erläutert ZNET-Geschäftsführer Werner Tholl. Über den Wartungsvertrag werden neue gesetzliche Bestimmungen aus den betreffenden Bereichen sofort bei Inkrafttreten in das System übernommen. Es ist also jederzeit auf dem aktuellen Stand und bietet Abbott so absolute Rechtssicherheit.
Freie Kapazitäten
Der Einsatz von zaraTMS ermöglicht es Abbott, trotz einer Verdoppelung der Aufträge in den letzten zehn Jahren in der Abteilung Traffic/Export mit einem gleichbleibenden Personalbestand zu arbeiten. Durch den hohen Grad der Automatisierung wurden sogar noch Kapazitäten freigesetzt, die dazu verwendet wurden, die Qualität der Informationen für die Kunden zu steigern. "Die Kunden bekommen heute proaktive Nachrichten über den Status ihrer jeweiligen Sendungen. Die Fehlerquote konnte dadurch erheblich gesenkt werden. Außerdem haben wir 80 Prozent weniger Schadensfälle, da sich die Spediteure und die Kunden darum kümmern können, dass zum Beispiel die Waren ausreichend lange gekühlt werden, wenn es einmal zu Verzögerungen beim Transport kommt", stellt Heico Modenbach fest. In den nächsten Monaten werden Abbott Diagnostics und ZNET den nächsten gemeinsamen Schritt gehen: Dann wird das Healthcare-Unternehmen über die zara-Onlinekomponente zaraWeb Tracking & Tracing für seine Kunden einführen.
Die Ergebnisse im Überblick
Zusammenfassend konnte Abbott Diagnostics in seinem Distributionszentrum in Wiesbaden durch die Implementierung von zaraTMS folgende Ergebnisse realisieren:
Haben Sie noch Fragen?
Wenden Sie sich an uns:





















ATLAS-AES Flughafenanbindung
Exportkontrolle
Präferenzkalkulation
Speditionssoftware von unserem Partner ta-logistics